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Monique hat den Lieblingsplatz im Lausitzbad gefunden

Die junge Frau aus Hoyerswerda geht dem Küchenteam zur Hand. Trotz ihres Handicaps. Was als Herausforderung für beide Seiten begann, wurde zur Erfolgsgeschichte. Mit Fortsetzung.

Von Miriam Krüger

Pilze putzt Monique Pranskuweit, als hätte sie ihr Leben lang nichts Anderes gemacht. Sie hilft beim Anrichten von Salaten oder kümmert sich um den Abwasch. Sie macht es gern und ist damit zu einer wichtigen Hilfe im Küchenteam des Lausitzbads Hoyerswerda geworden. Bis vor einem Dreivierteljahr hätte sich das kaum jemand vorstellen können. Denn die 22-Jährige ist seelisch behindert.

Seit 2021 ist sie bei den Lausitzer Werkstätten für behinderte Menschen beschäftigt. Diese werden in einem Eingangsverfahren in verschiedenen Bereichen eingesetzt, um Stärken und Schwächen festzustellen und sie individuell fördern zu können. Monique arbeitete in der Wäscherei, der Landschaftspflege und in der Montage. Richtig wohl aber fühlte sie sich nirgends.

Monique aus den Lausitzer Werkstätten arbeitet in der Küche des Lausitzbads Hoyerswerda
Foto: Gernot Menzel

Von Miriam Krüger

Monique aus den Lausitzer Werkstätten arbeitet in der Küche des Lausitzbads Hoyerswerda
Foto: Gernot Menzel

Pilze putzt Monique Pranskuweit, als hätte sie ihr Leben lang nichts Anderes gemacht. Sie hilft beim Anrichten von Salaten oder kümmert sich um den Abwasch. Sie macht es gern und ist damit zu einer wichtigen Hilfe im Küchenteam des Lausitzbads Hoyerswerda geworden. Bis vor einem Dreivierteljahr hätte sich das kaum jemand vorstellen können. Denn die 22-Jährige ist seelisch behindert.

Seit 2021 ist sie bei den Lausitzer Werkstätten für behinderte Menschen beschäftigt. Diese werden in einem Eingangsverfahren in verschiedenen Bereichen eingesetzt, um Stärken und Schwächen festzustellen und sie individuell fördern zu können. Monique arbeitete in der Wäscherei, der Landschaftspflege und in der Montage. Richtig wohl aber fühlte sie sich nirgends.

Monique aus den Lausitzer Werkstätten arbeitet in der Küche des Lausitzbads Hoyerswerda
Foto: Gernot Menzel

Gut im Team aufgenommen

Der Trubel, wenn in den Teams erzählt und gelacht wird, wurde für sie zu einer Reizüberflutung und machte ihr schwer zu schaffen. Viel lieber hätte die Hoyerswerdaerin in einer kleinen Bäckerei gearbeitet, wie in einem Praktikum während ihrer Förderschulzeit. Da sei ihr viel erklärt worden, habe sie das fertige Resultat gesehen und wie die Kunden sich freuten.  Doch so eine Stelle war in Hoyerswerda nicht zu finden.

Mehrere Monate suchte Kristina Mroß, die bei den Lausitzer Werkstätten die Außenarbeitsplätze begleitet, nach einer passenden Beschäftigung für Monique – und fand diese im Lausitzbad. Marko Böhme, der dort die Gastronomie leitet, konnte sich ihren Einsatz in der Küche gut vorstellen. Bedenken hatte er nur, wie seine Mitarbeiter damit umgehen, ob sie Berührungsängste haben würden.

Doch derlei Sorgen waren völlig unbegründet. „Sie wurde von Anfang an als Mitarbeiterin gesehen, nicht bloß als Aushilfe“, sagt der Küchenchef und ist sogar ein bisschen stolz auf sein Team. Als ziemlich chaotisch beschreibt Monique ihren ersten Tag im Juni 2025. Sie sei nervös gewesen und hätte „ein bissel Angst gehabt“, wie man sie sehen und ob man sie akzeptieren würde. Jedem, der neu anfängt, müsse man Abläufe erklären, sagt Marko Böhme, bei Monique sei das mitunter einmal mehr nötig.

Dafür staunt er umso mehr, wie ihr manches von der Hand geht. Doch ganz besonders liegt ihr das Garnieren, etwa bei Canapés, die viel aufwendiger sind als belegte Schnitten. „Es ist aus meiner Sicht der richtige Weg. Nicht bloß für sie, auch für uns“, schätzt der gelernte Koch und Küchenmeister ein, der „quasi schon ewig“ in der Gastronomie des Lausitzbads arbeitet. Sein zehnköpfiges Team ist für Speisen und Getränke zuständig, nicht alle in Vollzeit. Es werde immer schwerer, Personal zu finden. Wegen der Arbeitszeiten wolle ja kaum noch jemand in die Gastronomie. 

Monique aus den Lausitzer Werkstätten arbeitet in der Küche des Lausitzbads Hoyerswerda
Foto: Gernot Menzel
Monique aus den Lausitzer Werkstätten arbeitet in der Küche des Lausitzbads Hoyerswerda
Foto: Gernot Menzel

Doch derlei Sorgen waren völlig unbegründet. „Sie wurde von Anfang an als Mitarbeiterin gesehen, nicht bloß als Aushilfe“, sagt der Küchenchef und ist sogar ein bisschen stolz auf sein Team. Als ziemlich chaotisch beschreibt Monique ihren ersten Tag im Juni 2025. Sie sei nervös gewesen und hätte „ein bissel Angst gehabt“, wie man sie sehen und ob man sie akzeptieren würde. Jedem, der neu anfängt, müsse man Abläufe erklären, sagt Marko Böhme, bei Monique sei das mitunter einmal mehr nötig.

Dafür staunt er umso mehr, wie ihr manches von der Hand geht. Doch ganz besonders liegt ihr das Garnieren, etwa bei Canapés, die viel aufwendiger sind als belegte Schnitten. „Es ist aus meiner Sicht der richtige Weg. Nicht bloß für sie, auch für uns“, schätzt der gelernte Koch und Küchenmeister ein, der „quasi schon ewig“ in der Gastronomie des Lausitzbads arbeitet. Sein zehnköpfiges Team ist für Speisen und Getränke zuständig, nicht alle in Vollzeit. Es werde immer schwerer, Personal zu finden. Wegen der Arbeitszeiten wolle ja kaum noch jemand in die Gastronomie. 

Monique aus den Lausitzer Werkstätten arbeitet in der Küche des Lausitzbads Hoyerswerda
Foto: Gernot Menzel

Im Lausitzbad gibt es ein vielfältiges Angebot von kleinen Snacks für Kinder über selbstgemachte Sülze und klassischen Quark mit Leinöl bis hin zu vollwertigem Mittagessen für Besucher, die den ganzen Tag bleiben. Fast alles werde frisch zubereitet. Gekocht wird für Gäste und Personal, um die 600 Portionen täglich. Darüber hinaus versorgt das Gastro-Team Events außer Haus, 2026 zum zweiten Mal die Filmnächte in Hoyerswerda oder auch das Ikarus-Treffen. 

Wunsch: mehr Außenarbeitsplätze

Egal, ob Events oder Tagesgeschäft – Monique hilft beim Schnippeln von Gemüse oder beim Panieren der Jägerschnitzel. „Es sind alles Tätigkeiten, für die man nicht gelernt sein muss, die aber wahnsinnig helfen“, so Marko Böhme. Er lobt die junge Frau, die ihre Arbeit so gut wie möglich machen möchte. „Ich behandle sie genauso wie meine anderen Leute“, sagt er. Es werde gelacht, mitunter müsse er aber auch Grenzen aufzeigen. In den Lausitzer Werkstätten hofft man, dass sich noch mehr Firmen für Außenarbeitsplätze öffnen.

Allerdings braucht es immer jemanden, der sich der Sache annimmt. Auch für Marko Böhme ist das „der springende Punkt, weil es je nach Behinderungsgrad mehr Zeit kostet“. Wegen ihrer autistischen Beeinträchtigungen ist Monique nicht jeden Tag gut drauf. Doch der Küchenchef weiß damit umzugehen: Beim Kartoffelschälen bekommt die junge Frau die Ruhe, die sie braucht, bis sie wieder zu sich selbst gefunden hat. 

„Wegen ihrer Stimmungsschwankungen ist es nicht selbstverständlich, wie toll sie im Lausitzbad aufgenommen wurde“, findet Kristina Mroß. Regelmäßig tauscht sie sich mit Marko Böhme aus, die betreute Mitarbeiterin hat in ihr ebenfalls immer eine Ansprechpartnerin zur Seite. Monique Pranskuweit arbeitet wochentags jeweils 7,5 Stunden in der Früh- oder Mittagsschicht und demnächst auch mal am Wochenende. Im Lausitzbad hat sie ihren Lieblingsplatz gefunden.

Sie würde gerne bleiben. „Das kann sie, so lange sie will“, versichert der Gastro-Leiter. Ein schönes Beispiel, wie Integration gehen kann, finden alle Beteiligten. Die junge Frau hat sich offenbar so gut geschlagen, dass daraus eine Erfolgsgeschichte für beide Seiten wurde. Seit drei Wochen beschäftigt das Lausitzbad deshalb schon einen zweiten Mitarbeiter aus den Werkstätten für behinderte Menschen. René Gorzalka wünschte sich lange einen Außenarbeitsplatz. Jetzt hilft der 50-Jährige abends in der Badreinigung, und er findet dabei Anerkennung und Bestätigung. 

Lausitzbad

Lausitzbad

Allerdings braucht es immer jemanden, der sich der Sache annimmt. Auch für Marko Böhme ist das „der springende Punkt, weil es je nach Behinderungsgrad mehr Zeit kostet“. Wegen ihrer autistischen Beeinträchtigungen ist Monique nicht jeden Tag gut drauf. Doch der Küchenchef weiß damit umzugehen: Beim Kartoffelschälen bekommt die junge Frau die Ruhe, die sie braucht, bis sie wieder zu sich selbst gefunden hat. 

„Wegen ihrer Stimmungsschwankungen ist es nicht selbstverständlich, wie toll sie im Lausitzbad aufgenommen wurde“, findet Kristina Mroß. Regelmäßig tauscht sie sich mit Marko Böhme aus, die betreute Mitarbeiterin hat in ihr ebenfalls immer eine Ansprechpartnerin zur Seite. Monique Pranskuweit arbeitet wochentags jeweils 7,5 Stunden in der Früh- oder Mittagsschicht und demnächst auch mal am Wochenende. Im Lausitzbad hat sie ihren Lieblingsplatz gefunden.

Sie würde gerne bleiben. „Das kann sie, so lange sie will“, versichert der Gastro-Leiter. Ein schönes Beispiel, wie Integration gehen kann, finden alle Beteiligten. Die junge Frau hat sich offenbar so gut geschlagen, dass daraus eine Erfolgsgeschichte für beide Seiten wurde. Seit drei Wochen beschäftigt das Lausitzbad deshalb schon einen zweiten Mitarbeiter aus den Werkstätten für behinderte Menschen. René Gorzalka wünschte sich lange einen Außenarbeitsplatz. Jetzt hilft der 50-Jährige abends in der Badreinigung, und er findet dabei Anerkennung und Bestätigung. 

AHOY – Das Stadtmagazin für das Leben in Hoyerswerda

Neugierig auf das, was die Stadt bewegt? Das AHOY-Magazin bringt Geschichten aus Hoyerswerda auf den Punkt: lebendig, authentisch und mit Liebe zur Vielfalt. Ob kulturelle Angebote, alltägliche Themen, interessante Persönlichkeiten oder Ideen, die zum Mitmachen einladen – hier wird erzählt, was vor der Haustür passiert.

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