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Roboter im Klinikum: Die ganze Welt schaut beim Operieren zu

Von Constanze Knappe

Hoyerswerda könnte ein bisschen zum Nabel der Welt werden. Und das sei gar nicht so abwegig, findet Rufat Asadbeyli. Er ist Leitender Oberarzt der Klinik für Urologie, Kinderurologie und onkologische Urologie im Lausitzer Seenland Klinikum Hoyerswerda. Zudem leitet er den Bereich Robotik.

Als kürzlich eine Nierenbeckenplastik zur Wiederherstellung des ungestörten Harnabflusses auf dem OP-Plan stand, war das ein ganz besonderer Termin. Denn der roboterassistierten Operation in Hoyerswerda sahen hunderte Teilnehmer eines Chirurgen-Kongresses in der aserbaidschanischen Hauptstadt Baku auf Bildschirmen zu, live zugeschaltet waren überdies viele weitere Mediziner in anderen Ländern.

Der Urologe Rufat Asadbeyli ist Leitender Oberarzt im Lausitzer Seenland Klinikum Hoyerswerda. Und er ist ein Spezialist für roboterassistierte Operationen. Foto: Gernot Menzel

Von Constanze Knappe

Der Urologe Rufat Asadbeyli ist Leitender Oberarzt im Lausitzer Seenland Klinikum Hoyerswerda. Und er ist ein Spezialist für roboterassistierte Operationen. Foto: Gernot Menzel

Hoyerswerda könnte ein bisschen zum Nabel der Welt werden. Und das sei gar nicht so abwegig, findet Rufat Asadbeyli. Er ist Leitender Oberarzt der Klinik für Urologie, Kinderurologie und onkologische Urologie im Lausitzer Seenland Klinikum Hoyerswerda. Zudem leitet er den Bereich Robotik.

Als kürzlich eine Nierenbeckenplastik zur Wiederherstellung des ungestörten Harnabflusses auf dem OP-Plan stand, war das ein ganz besonderer Termin. Denn der roboterassistierten Operation in Hoyerswerda sahen hunderte Teilnehmer eines Chirurgen-Kongresses in der aserbaidschanischen Hauptstadt Baku auf Bildschirmen zu, live zugeschaltet waren überdies viele weitere Mediziner in anderen Ländern.

Oberarzt Rufat Asadbeyli. Foto: Gernot Menzel

Ein bisschen stolz sei er da schon gewesen, bekennt der 50-Jährige. Er selber konnte sich auf dem Kongress bei den laparoskopischen Operationen der Chirurgen so manchen Trick abschauen. Nach 2025 gab es bereits zum zweiten Mal eine solche Live-Übertragung aus dem OP-Saal in Hoyerswerda nach Baku. Beim nächsten Mal sei dies auch nach Ägypten geplant.

Der DaVinci-Roboter im Klinikum Hoyerswerda ging im Juni 2024 in Betrieb. Diese modernste Technik eröffnet seither ganz neue Möglichkeiten. Die Operationen verlaufen präziser und gewebeschonender, die Patienten haben weniger Schmerzen und können eher nach Hause. Wie sein Chefarzt Dr. med. Nasreldin Mohammed hat auch der Leitende Oberarzt bereits etliche Operationen mit Hilfe des Roboters durchgeführt. „Die Instrumentenspitzen bewegen sich wie die Hände des Menschen“, ist der Urologe ganz begeistert.

Praktikum stärkte Entscheidung für Deutschland

Rufat Asadbeyli stammt aus Gandscha, der zweitgrößten Stadt Aserbaidschans. Dorthin waren 1816 wegen Armut und Hungersnöten viele Deutsche ausgewandert. „In Gandscha gibt es bis heute deutsche Häuser, Kirchen und Friedhöfe“, erzählt er. In der Schule habe er Französisch gelernt, danach gleich die deutsche und englische Sprache. Zudem beherrscht der Oberarzt auch Türkisch und Russisch.

Studiert hat er an der Medizinischen Universität in Baku, schloss mit dem sogenannten „Roten Diplom“, also mit ausgezeichneten Noten, ab. Nach dem Studium befasste er sich zuerst mit Kardio- und Neurochirurgie, assistierte auch bei plastischen Schönheitsoperationen. Dass er dennoch in der Urologie gelandet ist, habe einen ganz einfachen Hintergrund. „Ich kann Knochengeräusche nicht ausstehen“, verrät er schmunzelnd.

Einen ersten Aufenthalt in Deutschland ermöglichte ihm 2002/03 ein Stipendium des Deutschen Akademischen Austauschdienstes. Für den Aserbaidschaner war es eine tolle Erfahrung. Deshalb entschloss er sich, die Facharztausbildung in Deutschland zu machen. „Die technische Ausstattung der Krankenhäuser hier ist viel besser, und es gibt andere Standards im Vergleich zur sowjetischen Schule der Medizin“, begründet er.

Als Leitender Oberarzt hat Rufat Asadbeyli auch viele organisatorische Aufgaben. Foto: Gernot Menzel
Als Leitender Oberarzt hat Rufat Asadbeyli auch viele organisatorische Aufgaben. Foto: Gernot Menzel

Praktikum stärkte Entscheidung für Deutschland

Rufat Asadbeyli stammt aus Gandscha, der zweitgrößten Stadt Aserbaidschans. Dorthin waren 1816 wegen Armut und Hungersnöten viele Deutsche ausgewandert. „In Gandscha gibt es bis heute deutsche Häuser, Kirchen und Friedhöfe“, erzählt er. In der Schule habe er Französisch gelernt, danach gleich die deutsche und englische Sprache. Zudem beherrscht der Oberarzt auch Türkisch und Russisch.

Studiert hat er an der Medizinischen Universität in Baku, schloss mit dem sogenannten „Roten Diplom“, also mit ausgezeichneten Noten, ab. Nach dem Studium befasste er sich zuerst mit Kardio- und Neurochirurgie, assistierte auch bei plastischen Schönheitsoperationen. Dass er dennoch in der Urologie gelandet ist, habe einen ganz einfachen Hintergrund. „Ich kann Knochengeräusche nicht ausstehen“, verrät er schmunzelnd.

Einen ersten Aufenthalt in Deutschland ermöglichte ihm 2002/03 ein Stipendium des Deutschen Akademischen Austauschdienstes. Für den Aserbaidschaner war es eine tolle Erfahrung. Deshalb entschloss er sich, die Facharztausbildung in Deutschland zu machen. „Die technische Ausstattung der Krankenhäuser hier ist viel besser, und es gibt andere Standards im Vergleich zur sowjetischen Schule der Medizin“, begründet er.

Neben seiner erfolgreichen Arbeit im Krankenhaus Hoyerswerda steht Rufat Asadbeyli in engem Kontakt mit seiner aserbaidschanischen Heimat - von Berufs wegen und natürlich auch privat. Foto: Gernot Menzel

Nach der Promotion selber mal Chefarzt werden

Das private Leben des Oberarztes spielt sich bis heute in Nordrhein-Westfalen ab. Dort sei alles eingerichtet, habe die Familie ein schönes Zuhause. Zudem wolle er seine drei Kinder nicht aus ihrem Freundeskreis reißen. Deshalb pendelt er. Doch nicht nur aus privaten Gründen. Auch, weil er weiterhin mit seinem Chef zusammenarbeiten möchte.

In der freien Zeit zwischen seinen Schichten im Krankenhaus kann er wunderbar im Lausitzer Seenland entspannen. „Ein Liegestuhl liegt immer im Auto“, meint er lachend.

Alle zwei bis drei Monate fliegt er in sein Heimatland. Die enge Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Aserbaidschan auf medizinischer Ebene liegt Rufat Asadbeyli sehr am Herzen. Mediziner von dort hätten hier bereits hospitiert – und blieben als Ärzte in Deutschland. Zudem möchte er eine Partnerschaft zwischen der Universitätsklinik in Baku und dem Seenland Klinikum in Hoyerswerda aufbauen.

Aserbaidschan sei das größte sowie reichste Land im Kaukasus, wurde einst zwischen Russland und dem Iran geteilt. Von den bekannten elf Klimazonen weltweit gebe es dort neun, erzählt er. Natürlich besuche er dann immer auch seine Mutter, die sehr stolz auf ihn ist. Denn Rufat Asadbeyli ist „der erste Arzt im ganzen Familienstamm“, wie er sagt.

Ein Sprichwort begleitet ihn seit Kindertagen: „Der Soldat ist schlecht, der nicht General werden will.“ Kurz vor der Promotion stehend, möchte Rufat Asadbeyli irgendwann selber Chefarzt sein. Ein Plan, den man im Lausitzer Seenland Klinikum durchaus mit gemischten Gefühlen betrachtet. Denn einen Experten wie ihn würde man nur ungern ziehen lassen.

Sana GmbH
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Aserbaidschan sei das größte sowie reichste Land im Kaukasus, wurde einst zwischen Russland und dem Iran geteilt. Von den bekannten elf Klimazonen weltweit gebe es dort neun, erzählt er. Natürlich besuche er dann immer auch seine Mutter, die sehr stolz auf ihn ist. Denn Rufat Asadbeyli ist „der erste Arzt im ganzen Familienstamm“, wie er sagt.

Ein Sprichwort begleitet ihn seit Kindertagen: „Der Soldat ist schlecht, der nicht General werden will.“ Kurz vor der Promotion stehend, möchte Rufat Asadbeyli irgendwann selber Chefarzt sein. Ein Plan, den man im Lausitzer Seenland Klinikum durchaus mit gemischten Gefühlen betrachtet. Denn einen Experten wie ihn würde man nur ungern ziehen lassen.

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